Durlach



Bilder ohne Datum vom März 2008

Die "Mutter" Karlsruhes liegt - wie viele alte Städte - am Treffpunkt zweier Verkehrsleitlinien, hier sind
es Pfinztal und östlicher Randstreifen des Oberrheingrabens.

Diese  Siedlungsgunst erkannten bereits die  Römer, die an einer  römischen  Straße in der  Vorberg-
zone eine villa rustica erbauten.


Durlach - die römische Vergangenheit - die villa rustica


Grundmauern des Hauptgebäudes des römischen Gutshofs
(auf dem Foto zur besseren Erkennbarkeit nachträglich grau umrahmt)


Keller der villa rustica



Durlach - die Altstadt

Der  Ort wurde Ende des 12. Jhdts auf einer Kiesinsel im  Bereich der Kinzig-Murg-Rinne/der östlichen  Randniederung von den  Staufern gegründet
und bereits 1196 als "oppidum" genannt. Die Kleinstadt mit Ackerbürgern und Handwerkern wurde im 14./15. Jhdt nach Osten erweitert. 1565 wurde
die Stadt Residenz der Markgrafen von Baden und erfuhr einen wirtschaftlichen Aufschwung. Nach der Zerstörung 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg
wurde  Durlach zwar wieder aufgebaut, verlor aber ab 1715 mit der  Gründung von  Karlsruhe als  Residenz
dann an Bedeutung. Durlach wird wieder
Ackerbürgerstadt.
Das Industriezeitalter brachte mit mehreren Fabriken einen erneuten Aufschwung. 1938 wurde Durlach von den Nationalsozialisten
trotz Widerstands der Bürger nach Karlsruhe eingemeindet.


   
1914                                                    Durlach                                                    2014
Die ältere  Karte zeigt deutlich den ovalen  Grundriss der Altstadt. Im Osten schließt sich daran eine nach 1500 errichtete, damals ebenfalls um-
mauerte Vorstadt und der Schloßbereich an. Der Ort ist 1914 noch von weiten, unbebauten Flächen umgeben. 2014 hat sich Durlach nach allen
Seiten ausgedehnt, bis auf einige Gartenanlagen ist der Bereich nun weitgehend überbaut.
Zum besseren Vergleich ist das Basler Tor auf beiden
Karten mit einem roten Punkt markiert.

(Quellen: links Topograph. Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914, Ausschnitt Blatt Karlsruhe, Blatt Ettlingen, rechts OpenStreetMap contributors)


Reste der Stadtmauer östlich des ehemaligen Ochsentores.
Mehrere Schießscharten (z. B. vor
dem Balkon
links unten) sind noch zu sehen. An die Mauer wurden später Gebäude angebaut.

  
                                                                                                                              Ehemalige Schießscharte in der Stadtmauer


Stadtmauer, auch hier nachträglich als Gebäudeteil verwendet.  Neuerer Ausbau mit Balkon


Hinter dem älteren Prinzessenbau (vorne links) sieht man das Durlacher Schloss, die Karlsburg.
Der Prinzessenbau ist ein Rest der alten Karlsburg, die bei der Zerstörung Durlachs 1689 unter-
ging
. Das  Tor im  Prinzessenbau hatte früher eine  Zugbrücke über den  Stadtgraben. Das neue
Schloss Karlsburg ist nur ein Teil (Kavaliersbau von 1703) eines größeren Bauvorhabens, das je-
doch wegen Geldmangels und Verlegung der Residenz nach Karlsruhe nicht vervollständigt wurde.


  
Das ehemalige Durchfahrtstor mit auffällig tief liegender Schießscharte (im linken Bild unten
rechts) und mit Treppe (rechtes Bild).Die
seltsame Höhendifferenz zwischen innen und außen beruht wohl auf dem vor der Stadtmauer angelagerten Schutt, der nach der Zer-
störung Durlachs 1689 außen abgelagert wurde..


Pfinztalstraße - Bereich Kindergarten St. Nikolaus
Reste von Stadtmauer und Wirtschaftsgebäuden der alten Karlsburg werden hier sichtbar.


Hinter dem Schloss der ehemalige Schlossgarten, der zur Zeit der Durlacher Residenz größer war.

   
Brunnenhaus in der Badener Straße - Blick von Norden


Inschrift über dem Eingang
Das Brunnenhaus wurde anstelle einer früheren Brunnenstube von Weinbrenner
1823 erbaut. Das Wasser von Quellen am Geigersberg
wurde hier schon immer gesammelt und in Durlach genutzt. Um auch Karlsruhe mit dem sauberen Quellwasser zu versorgen wurde im
Zuge des Baus einer Wasserleitung nach Karlsruhe auch dieses Brunnenhaus errichtet und bis zum Anschluss Durlachs an die Karlsruher
Wasserversorgung (1968) genutzt.


Brunnenhaus - Blick von Süden
Der Zweckbau wurde von Weinbrenner mit seitlichen Pilastern, den beiderseitigen Bogennischen
an den Schmalseiten, einem umlaufendem Sims und einem Satteldach mit Buntsandsteinplatten
architektonisch aufgewertet. Leider nehmen dieGraphittischmierer auch bei solch einem Bauwerk
keine Rücksicht.


Die Gasse "An der Stadtmauer", das sogenannte "Kanapee-Gässle".
Über den Bögen verlief früher der Wehrgang entlang der Stadtmauer. Später wurden zwischen
dieser
Stadtmauer und der außen vorgelagerten Zwingermauer kleine, schmale Häuschen ein-
gebaut
- wobei diese beiden genannten Mauern einbezogen wurden.


Vor den Häusern standen früher Sandsteintröge - hier der letzte erhaltene.
Zugedeckt dienten sie damals als Sitzplätze, eben als "Kanapees".

  
       Kleines Haus in der Gasse "An der Stadtmauer"          Früheres Schlachthaus
in der Gasse "An der Stadtmauer"




Jägerstraße mit Blick zum Schloss


Alter Hauseingang mit Zunftzeichen

  
Bäderstraße                                                                 Bäderbrünnele




Rathaus und Kirche
Um den  Marktplatz angeordnet, bilden das barocke  Rathaus, die evangelische  Stadtkirche und
das frühere Gasthaus Krone (siehe übernächstes Bild ) auch heute noch das Zentrum des Stadt-
teils. Sowohl Rathaus als auch Kirche wurden nach der Zerstörung der Stadt 1689 wieder aufge-
baut. Die Tradition des Marktes blieb bis heute erhalten.





Die Pfinztalstraße, die Hauptstraße Durlachs
Das Gebäude im Mittelgrund rechts mit den Lampen an der Fassade ist das oben erwähnte, ehe-
malige Gasthaus Krone, heute (2008) Restaurant Sol i Luna.


Kreuzung Pfinztalstraße/Zunftstraße
- Blick in die Zunftstraße
 Sehr schönes - wieder freigelegtes - Sichtfachwerk am Rand des Marktplatzes


Modellhäuser in der Amtshausstraße
Markgraf  Friedrich Magnus wollte nach dem Großen Brand 1689 seine Stadt  städtischer und
prächtiger wieder aufbauen. Die Häuser sollten - einem vorgegebenem Modell entsprechend -
traufständig stehen, eine geschlossene  Häuserfront bilden, mindestens  zweistöckig  sein und
die Straßenseite  musste  aus  Stein gebaut sein - das "bäuerliche"  Fachwerk sollte nicht mehr
das Bild der Stadt bestimmen.



Amtshausstraße 11 - Das frühere Amtshaus
Das Gebäude beherbergt heute das Polizeirevier Karlsruhe-Durlach

Von der Amtshausstraße führt ein schmaler Durchgang zur "Orgelfabrik" und zum Weiherhofbad.


Die Orgelfabrik beim Weiherhof
Die ehemalige "Fabrik" der Orgelbauer Voit und Söhne dient heute als kultureller Veranstaltungsort.


Informationsschild an der Orgelfabrik


Das Weiherhofbad
Hallenbad mit 25 m Becken, Nichtschwimmerbecken, Kinderplanschbecken, Dampfbad und Sauna

Von hier führt der Weg "Am Stadtgraben" zum Basler Tor.


Basler Tor, Stadtmauer und Stadtgraben von Osten
Die Stadt war von einem Mauerring umgeben, der nur an wenigen Stellen noch erhalten ist.

   
Das Basler Tor vom innen
Von den vier Toren der ehemaligen Stadtummauerung blieb nur das Basler Tor erhalten.

 
      
Stadtmauer und Stadtgraben im Westen vor dem Basler Tor. Auch hier sind wieder Gebäude 
an die alte Stadtmauer angebaut.


Basler Tor von außen - vorne links die Nikolauskapelle






Die Nikolauskapelle
An der alten Friedhofskapelle finden sich noch interessante alte Grabmäler.

 
    
Grabsteine im alten Friedhof und an der Nikolauskapelle

 

Blick über den alten Friedhof
  Rechts die Nikolauskapelle, dann folgt das Basler-Tor und links im Hintergrund der Turm der evangelischen Stadtkirche. 

Einen weiteren Rest der Sradtmauer findet man bei dem Scheck-In Center


Scheck-In Center mit Stadtmauerrest am rechten Bildrand

   
Stadtmauerrest und Infoschild beim Scheck-In Center, das auf dem Gelände des ehemaligen Durlacher Gefängnisses gebaut wurde.


Katholische Kirche St.-Peter-und-Paul


Hinweisschild an der Kirche


Die Obermühle an der Alten Weingartener Straße
Die Mühle ist eine von mehreren ehemaligen Mühlen an der Pfinz. Heute ist die Mühle im Besitz
der Naturfreunde Durlach, die das im Lauf der Zeit heruntergekommene Gebäude sanierten und
soweit möglich, die alte  Gebäudesituation wieder herstellten. Wie bei vielen Mühlen handelte es
sich um eine herrschaftliche Bannmühle, die mehrere Mahlgänge hatte
.
Bannmühle = Bewohner der Umgebung mussten in der Mühle mahlen lassen = Mühlenzwang


Das mittelschlächtige Wasserrad treibt heute eine kleine Wasserkraftanlage an.


Hinweisschild an der Mühle


Bilder ohne Datum vom März 2008

Weiter mit den Bereichen Bergwaldsiedlung,  Aue,  Durlacher Wald/OberwaldDurlach Turmberg, Durlach Westen oder Rittnertwald

Zu Durlach gehören auch der Bereich Killisfeld und "Auf der Breit" das Karlsruher Gewerbegebiet Nordost

Winter in Durlach
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Weitere Bilder zur Peripherie Durlachs folgen später.

Routenvorschlag Durlach Altstadt: Straßenbahnhaltestelle Turmberg - Grötzinger Straße nach Nordosten  bis Ortsende - zurück - Liebensteiner Straße -
Lamprechtstraße - Neuensteinstraße - Alte Weingartenerstraße - Blumentorstraße - Ochsentorstraße - Abstecher in Gasse "An der Stadtmauer -zurück -
 Jägerstraße - östlich am Schloss entlang - Prinzessenstraße - Marstallstraße nach Norden - Bäderstraße - über Rebenstraße zur Pfinztalstraße - nach
 Westen zum Rathaus - Amtshausstraße - Basler Tor - Abstecher durch Basler Tor in Alten Friedhof - zurück - Kelterstraße - Straßenbahnhaltestelle
Friedrichschule


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