Palmbach


Bilder ohne Datum vom April 2009

   

Der Waldenserort Palmbach wurde 1701 von Glaubensflüchtlingen am Rand der Gemarkung des noch bis 1806 württembergischen
Dorfs  Grünwettersbach gegründet. Der  Name des  Herkunftsorts  "La Balme" wurde zunächst übernommen, im Laufe des 18. Jhs in
Palmbach geändert. Auch die  Umgangssprache im  Ort änderte sich allmählich von Französisch zum Deutschen. Die Gemeinde war
ursprünglich von der  Landwirtschaft geprägt. Im  Zuge der  Industrialisierung wurden viele  Kleinbetriebe zu Nebenerwerbsbetrieben.
Nach dem 2. Weltkrieg verschwanden die landwirtschaftlichen Betriebe fast ganz aus dem Dorf. Das nahe dem  Rand des Oberrhein-
grabens
auf der Höhe gelegene "Bergdorf" wandelte sich dann zu einem  Wohnvorort  der  benachbarten  Großstadt  Karlsruhe. Nach
dem Versuch, durch einen Zusammenschluss mit Grünwettersbach zum Ort  Wettersbach die  Eingemeindung nach  Karlsruhe zu ver-
hindern, wurde  Palmbach1975 doch ein Stadtteil von Karlsruhe.



Der Ort Palmbach bestand 1914 nur aus den Gebäuden an der West/Ost verlaufenden Talstraße und wenigen Häusern
an der senkrecht dazu verlaufenden Henri-Arnaud-Straße.
Einige Steinbrüche liegen noch am nordwestlichen Ortsrand..
Quelle: Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914, Ausschnitt Blatt Ettlingen, verändert

Der rote Punkt markiert zum besseren Vergleich auf beiden Karten die Lage der Kirche.

 
2018 hat sich Palmbach stark ausgedehnt und ist mit Grünwettersbach schon weitgehend zusammengewachsen.
Am  Ostrand befindet sich ein  Gewerbegebiet, im  Nordosten verläuft die  Autobahn. Die  Rückhaltebecken sollen
bei starkem Niederschlag Wasser zurückhalten, um Überflutungen in den Ortsteilen zu vermeiden.

Quelle: OpenTopoMap (CC-BY-SA, Ausschnitt, verändert

Die Gemarkung des Stadtteils gehört seit 2021 zum Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.


Das Waldenserdenkmal am Waldenserplatz - Das Tor des Ankommens

       
Informationsstele beim Waldenserdenkmal

   
Auf dem Waldenserweg bekommt man Informationen zu den Waldensern in Palmbach und zur Geschichte des Ortes. Leider bleibt es unklar,
in welcher Abfolge man sinnvollerweise den Weg begeht - eine  Nummerierung der Stelen in dem Routenplan   wäre hier vielleicht
doch hilfreich gewesen.


   
Eine Stele des Waldenserwegs informiert über die Geschichte des Orts.




Henri-Arnaud-Straße  - Blick nach Süden
Der  Blick vom nordöstlichen  Ortsrand nach  Süden  entlang der das  Dorf querenden
Henri-Arnaud-Straße zeigt die tiefer liegende Kirche im Bereich der Talstraße und den
darauf folgenden Wiederanstieg.



Evangelische Waldenserkirche und Pfarrhaus an der Kreuzung Talstraße und Henri-
Arnaud-Straße. Die neugotische Kirche wurde 1906 aus Pfinzsandstein erbaut.

              
Infoschild an der Kirche                                                                                     Innenraum der Waldenserkirche
Die großen Tafeln
(s. u.) im Chor zu beiden Seiten des Altars  stammen aus der Vorgängerkirche und sind französisch beschriftet.


Tafel mit den zehn Geboten

      
Die Tafel (Bild links) erinnert an die Einweihung der Vorgängerkirche. Rechts die Übersetzung der Inschrift (ohne die unten angefügten
Namen)  auf einer der Stelen des Waldenserwegs. Interessant die Aussage "unter dem Herzog von Württemberg".


Ausschnitt aus der früher genutzten französischen Altarbibel der Waldenser in Palmbach


Hinweis neben der alten Bibel


Glasfenster an der Ostseite der Kirche
Das Glasbild zeigt Personen in Waldensertracht. Es erinnert an die Glaubenskämpfe der Waldenser; der Schwertträger
mit der  Bibel im  Zentrum soll  Henri-Arnaud (Anführer der  Waldenser) darstellen. Das  Fenster  befindet  sich über der
 ehemaligen Männerempore.

   
       Das evangelische Gemeindehaus mit dem Waldenserwappen                                                Ein Licht leuchtet in der Finsternis.              


           

     
An die französische Herkunft vieler Palmbacher erinnern auf dem Friedhof von Palmbach noch manche Namen
auf den Grabsteinen .



Auch dieser Ausschnitt aus dem Gefallenendenkmal ist von
 französischen Nachnamen geprägt.



Blick nach Osten in die Talstraße von der Kreuzung Talstraße mit Henri-Arnaud-Straße.
Die breite Hauptstraße unterscheidet sich von schmalen Straßen in älteren Ortschaften
und zeigt  heute  auf  den ersten  Blick kaum  noch  Anklänge  an das einmal  agrarisch
geprägte  Dorf. Vormals  verlief  in  der  Tiefenlinie des Tals ein kleiner  Bach, der neben
mehreren Brunnen (siehe Straße  Brunnenfeld), der Wasserversorgung des Orts diente.
Dieser Bach in der Talstraße wurde später verdohlt.


  

  
Bäuerlich  geprägte Anwesen in der Talstraße
Fast alle landwirtschaftlichen  Betriebe sind heute aus dem  Dorf verschwunden - aber Hofanlagen und Scheunen
 erinnern noch an das ehemalige Bauerndorf. Die  landwirtschaftlichen Flächen um den  Ort werden zur  Zeit dieser
Aufnahmen (2009) von zwei verbliebenen Betrieben bestellt.



Badisches Schulmuseum in der Henri-Arnaud-Straße
  Im früheren Rat- und  Schulhaus befindet sich seit 2014 das Schulmuseum mit zwei
Klassenzimmern  vergangener Zeiten, einer damaligen  Lehrerwohnung und einem
 Ausstellungsraum




Die ehemalige Waldenserschule ist heute ein Schulmuseum.
 
Ein neues Wohngebiet liegt
am südlichen Ortsrand.

   
Blick nach Osten                 Straße "Ob den Gärten"               Blick nach Westen    


Gustav-Meerwein-Straße - Blick nach Westen


Am Ostrand von Palmbach liegt die Zentrale von Physik Instrumente (PI). Sie befindet
sich aber bereits im  Stadtteil  Stupferich, von  dem  sie  jedoch  durch  die östlich des 
Gebäudes (= dahinter) verlaufende  Autobahn getrennt ist.
Die  Firma arbeitet weltweit
 für Industrie und Forschung in den  Bereichen  von  Nanopositionierung  sowie  Motion-
Control-Systemen.

Im  Vordergrund ein Rückhaltebecken, das verhindern soll, dass die
Talstraße Palmbachs 
bei Starkregen überflutet wird.


PI hat sich mittlerweile beträchtlich nach SO erweitert.


Blick vom Südrand Palmbachs nach Südwesten
Der Ort liegt auf der Pfinz-Alb-Platte im Übergangsbereich zwischen Kraichgau und Schwarzwald-Randplatten. Die wellige
Hochfläche ist von Löß und Lößlehm bedeckt.
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Im Osten des Orts ist das neue Gewerbegebiet Winterrot im Entstehen.


Neues Gewerbegebiet " Im Winterrot" 2009
Im Bereich der Rudolf-Link-Straße soll hier ein neues Gewerbegebiet entstehen
. Im Hintergrund der Stammsitz von PI.


Nachtrag 2012

Eigenartigerweise wurde dieses Gewerbegebiet - trotz günstiger autobahnnaher Lage
bisher
nicht angenommen. 

N
achtrag 2016
Erste Betriebe haben sich hier angesiedelt.


Nachtrag 2017

Die oben erwähnte Autobahnnähe hat zu einer unerwünschten Entwicklung geführt: wegen nicht
ausreichender  Parkplätze für  LKWs an der 
Autobahn wird das  Gewerbegebiet in der Nähe der
 Autobahnausfahrt Karlsbad   als  Nacht- /Wochenendparkplatz und  Umschlagsplatz  genutzt - mit
 den entsprechenden Belästigungen durch
Verkehr, Lärm und Abfall für die Anwohner in der Nähe.

Nachtrag 2018

Halteverbotsschilder verhindern nun im gesamten Bereich die unerwünschte, zweckentfremdete
Nutzung des Bereichs als Übernachtungsplatz von LKWs.

Nachtrag 2021
Mittlerweile haben sich mehrere Firmen im Gewerbegebiet Winterrot angesiedelt  und neue Gebäude sind im Bau



Ein Standort der Firma CML Europe- Weltmarktführer in der Leiterplattenlogistik






Neue Firmengebäude sind im Entstehen.





Sogar ein Reifengeschäft hat sich in der Peripherie angesiedelt.


Hotel Winterrot



Im Grünparkbereich zwischen Palmbach und Grünwettersbach entstand ein Skulpturenpark.

   



    
Bilder des Skulpturenparks vom 29.Juni 2018


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