Palmbach

   

Der Waldenserort Palmbach wurde 1701 von Glaubensflüchtlingen am Rand der Gemarkung des noch bis 1806 württembergischen
Dorfs  Grünwettersbach gegründet. Der  Name des Herkunftsorts  "La Balme" wurde zunächst übernommen, im Laufe des 18. Jhs in
Palmbach geändert. Auch die  Umgangssprache im Ort änderte sich allmählich von Französisch zum Deutschen. Die Gemeinde war
ursprünglich von der  Landwirtschaft geprägt. Im  Zuge der  Industrialisierung wurden viele Kleinbetriebe zu Nebenerwerbsbetrieben.
Nach dem 2. Weltkrieg verschwanden die landwirtschaftlichen Betriebe fast ganz aus dem Dorf. Das nahe dem  Rand des Oberrhein-
grabens
auf der Höhe gelegene "Bergdorf" wandelte sich dann zu einem  Wohnvorort  der  benachbarten  Großstadt  Karlsruhe. Nach
dem Versuch, durch einen Zusammenschluss mit Grünwettersbach zum Ort  Wettersbach die  Eingemeindung nach  Karlsruhe zu ver-
hindern, wurde  Palmbach1975 doch ein Stadtteil von Karlsruhe.



Der Ort Palmbach bestand 1914 nur aus den Gebäuden an der West/Ost verlaufenden Talstraße und wenigen Häusern
an der senkrecht dazu verlaufenden Henri-Arnaud-Straße.
Der rote Punkt markiert zum besseren Vergleich auf beiden
Karten die Lage der Kirche.

Quelle: Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914, Ausschnitt Blatt Ettlingen


2018 hat sich Palmbach stark ausgedehnt und ist mit Grünwettersbach schon fast zusammengewachsen. Am
Ostrand befindet sich ein Gewerbegebiet, im Nordosten verläuft die Autobahn. Die Rückhaltebecken sollen bei
starkem Niederschlag Wasser zurückhalten, um Überflutungen zu vermeiden.

Quelle: OpenTopoMap (CC-BY-SA, Ausschnitt, verändert


Das Waldenserdenkmal am Waldenserplatz - Tor des Ankommens

       
Informationsstele beim Waldenserdenkmal

   
Auf dem Waldenserweg bekommt man Informationen zu den Waldensern in Palmbach.

Fotos ohne Datum vom April 2009



Henri-Arnaud-Straße  - Blick nach Süden
Der Blick vom nordöstlichen Ortsrand nach Süden entlang der das Dorf querenden Henri-Arnaud-Straße
zeigt die tiefer liegende Kirche im Bereich der Talstraße und den darauf folgenden Wiederanstieg.



Evangelische Waldenserkirche und Pfarrhaus an der KreuzungTalstraße und Henri-Arnaud-Straße
Die neugotische Kirche wurde 1906 aus Pfinzsandstein erbaut.

              
Infoschild an der Kirche                                                                                     Innenraum der Waldenserkirche
Die großen Tafeln
(s. u.) zu beiden Seiten des Altars  stammen aus der Vorgängerkirche und sind französisch beschriftet.

  
Auf der linken Tafel stehen die zehn Gebote, die rechte Tafel erinnert an die Einweihung der Vorgängerkirche am 11. Juli 1725.


Ausschnitt aus der früher genutzten französischen Altarbibel der Waldenser in Palmbach


Hinweis neben der alten Bibel


Glasfenster an der Ostseite der Kirche
Das Glasbild zeigt Personen in Waldensertracht. Es erinnert an die Glaubenskämpfe der Waldenser; der Schwertträger
mit der Bibel im  Zentrum soll  Henri-Arnaud darstellen. Das  Fenster befindet sich über der ehemaligen Männerempore.




           

     
Auf dem Friedhof von Palmbach erinnern noch manche Namen auf den Grabsteinen an die französische Herkunft vieler Palmbacher.


Auch dieser Ausschnitt aus dem Gefallenendenkmal ist von französischen Nachnamen geprägt.


Blick nach Osten in die Talstraße von der Kreuzung Talstraße mit Henri-Arnaud-Straße.
Die breite  Hauptstraße unterscheidet sich von schmaleren Straßen früher gegründeter
Ortschaften und zeigt  heute auf  den ersten Blick kaum noch  Anklänge  an das einmal
agrarisch geprägte  Dorf. Vormals verlief hier in der Tiefenlinie des Tals ein kleiner Bach,
der neben mehreren  Brunnen (=> Straße  Brunnenfeld) der Wasserversorgung diente.
Dieser Bach wurde später verdohlt.


  

  
Bäuerlich  geprägte Anwesen in der Talstraße
Fast alle landwirtschaftlichen Betriebe sind heute aus dem Dorf verschwunden - aber Hofanlagen und Scheunen erinnern
 noch an das ehemalige Bauerndorf. Die  landwirtschaftlichen Flächen um den  Ort werden zur  Zeit diese Aufnahmen von
zwei verbliebenen Betrieben bestellt.



Badisches Schulmuseum in der Henri-Arnaud-Straße
  Im ehemaligen Rat- und Schulhaus befindet sich seit 2014 das Schulmuseum mit zwei Klassen-
zimmern vergangener Zeiten, einer damaligen Lehrerwohnung und einem Ausstellungsraum




Die ehemalige Waldenserschule ist heute ein Schulmuseum.

Am Ostrand von Palmbach liegt die Zentrale von Physik Instrumente (PI). Sie befindet sich
aber bereits im  Stadtteil  Stupferich, von dem  sie  jedoch  durch die östlich des  Gebäudes
(= dahinter) verlaufende Autobahn getrennt ist.
Die Firma arbeitet weltweit für Industrie und
Forschung  in  den  Bereichen  von  Nanopositionierung  sowie  Motion-Control-Systemen.

Im  Vordergrund ein  Rückhaltebecken, das verhindern soll, dass die  Palmbacher Talstraße
bei Starkregen überflutet wird.



Neues Gewerbegebiet " Im Winterrot"
Im Bereich der Rudolf-Link-Straße entsteht ein neues Gewerbegebiet. Im Hintergrund der Stammsitz von PI.

Nachtrag 2012: Eigenartigerweise wird dieses Gewerbegebiet - trotz günstiger autobahnnaher Lage bisher
nicht angenommen. Grundstückspreise? Entfernung vom Zentrum Karlsruhes?
Nachtrag 2013:
Es gibt allmählich doch Hinweise
, dass sich einige Firmen hier niederlassen wollen.
Nachtrag 2016: Die ersten Betriebe haben sich hier angesiedelt.
Nachtrag 2017: Die oben erwähnte Autobahnnähe hat zu einer unerwünschten Entwicklung geführt: wegen nicht
ausreichender Parkplätze für LKWs an der
Autobahn wird das Gewerbegebiet in der Nähe der Autobahnausfahrt
Karlsbad als Nacht- /Wochenendparkplatz und Umschlagsplatz  genutzt - mit den entsprechenden Belästigungen
durch Verkehr, Lärm und Abfall für die Anwohner in der Nähe.


Wohnbaugebiet "Ob den Gärten"
Am südlichen Ortsrand wird ein neues Wohnbaugebiet erschlossen.


Blick vom Südrand Palmbachs nach Südwesten
Der Ort liegt auf der Pfinz-Alb-Platte im Übergangsbereich zwischen Kraichgau und Schwarzwald-Randplatten. Die wellige
Hochfläche ist von Löß und Lößlehm bedeckt.



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