Wolfartsweier

   

Wolfartsweier 1914 und 2014
Der   Ort wird als  "Wolvoldeswilere" bereits in einer  Urkunde von 1261  genannt. Er liegt an der Einmündung des Wettersbachs in den Ober-
rheingraben. Diese Lage war einerseits günstig für die Wasserversorgung des Dorfs, andererseits bedeutete sie eine Gefahr durch Hochwas-
ser -  worauf der  Name  "Wettersbach" ja schon hinweist
. Der  1914 noch selbständige  Ort wurde  1973 im  Zuge der  Gemeindereform nach
Karlsruhe eingemeindet. Der  Kartenvergleich - der rote  Punkt kennzeichnet jeweils die gleiche  Stelle - zeigt das gewaltige  Wachstum in der
 Großstadtperipherie.
Die im Südosten der Karte von 2014 liegende Bergwaldsiedlung gehört zum Stadtteil Durlach.
(Quellen: links Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914, rechts OpenStreetMap contributors), verändert

Bilder ohne Datum sind vom Mai 2008


Blick von Westen nach Wolfartsweier und zum Wettersbachtal


Gedenkstein im Wettersbachtal
Dieser Gedenkstein an der Verbindungsstraße  Wolfartsweier/Grünwettersbach  erinnert  an  ein
Unwetter 1837. Es wurden damals mehrere Häuser weggerissen und im Dorf und in der Flur ein
Schaden von ca. 50 000 Gulden verursacht.


  
Ausschnitt des Gedenksteins  mit beigefügter "Lesehilfe"
Dieser  Gedenkstein drückt den  Dank der Wolfartsweierer nach dem Unwetter für die Hilfe  von
Landesherrn und Edlen der Stadt Karlsruhe aus. Das Gewitter hatte damals zu einem schweren
Hochwasser des Wettersbachs geführt.


Heute  ist der Wettersbach im  Dorfbereich verdolt, zwei Rechen im Bachbett oberhalb des Freibads
schützen vor Verstopfung des Durchflusses - beinhalten aber die Gefahr, bei  Hochwasser selbst mit
Treibgut zugesetzt zu werden und den Bach am oberen Ortsanfang überlaufen zu lassen . . . .



Der obere Rechen mit angesammeltem Schwemm-Material

  
Der untere Rechen
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wolfartsweier
war zunächst  ein Bauerndorf, wandelt sich aber mit den entstehenden Arbeitsplätzen in den Fabriken
 in Durlach und  Karlsruhe allmählich  zu einer Arbeiterwohngemeinde. 1973 wurde Wolfartsweier dann
ein Stadtteil von Karlsruhe.



Altes Fachwerkhaus in der Nordoststraße


Jakobskirche
Die Kirche mit dem alten Turm steht am Rand des ummauerten Friedhofs.





Das alte Rathaus




Hier nochmal ein Bild des Rathauses von der anderen Seite , damit man auch das Walmdach
und den Dachreiter sieht.

   
Wolfsbrunnen
Der Brunnen vor dem alten Rathaus zeigt im Brunnenstock einen Wolfskopf.  Der aus einem großen Sandsteinblock gearbeitete Brunnentrog mit
der Jahreszahl 1864 war wohl früher ein Teil einer Weinkelter.



Die Katze
Einen ganz besonderen Kindergarten in Katzenform schuf Tomi Ungerer für Wolfartsweier. Da der
Kindergarten mittlerweile (2014) zu klein geworden ist, soll er erweitert werden . . .


Steinkreuzstraße im Jahr 2008 - Blick nach Norden
Mitten durch  den Ort führte bis 2005 die B 3. Der minimale Gehweg rechts deutet das damalige
Verkehrsproblem an - es  handelte  sich bei  einer  Minimalbreite unter  6 m um die engste  Orts-
durchfahrt einer  Bundesstraße in  Deutschland. Die Radarmessanlage  links ist der Versuch, die
Höchstgeschwindigkeit  von  30 km/h durchzusetzen. 
Seitdem  wurde  Wolfartsweier  durch  eine
Umgehungsstraße etwas entlastet. Da aber weiterhin viel Durchgangsverkehr die kürzere Strecke
durch den Ort nahm, wurde ab 2011 durch Baumaßnahmen in der Steinkreuzstraße die Durchfahrt
weiter  eingeschränkt. Man  hoffte, damit   dann nur  noch den Quell- und  Zielverkehr im  Ortskern
zu haben . . .



Steinkreuzstraße 2012 - Blick nach Norden
Die Straße wurde umgestaltet: die schmalen Fußwege hat man entfernt und breitere Gehbereiche
durch Platten gekennzeichnet. Pfosten engen den Raum für Kraftfahrzeuge ein und sorgen so für
eine Verlangsamung des Fahrzeugverkehrs. Die Radaranlage ist entfernt.


   
Steinkreuzstraße vor und nach dem Umbau der Straße - Blick nach Süden

Die großen Toreinfahrten der traufständigen Häuser erinnern noch an die frühere landwirtschaftliche Nutzung.


Steinkreuzstraße 33 - Blick nach Süden
Das ehemalige Gasthaus "Zum Rössle" bestand bereits 1746. Das heutige Wohnhaus hat auch
eine große Tordurchfahrt.


Das zunächst etwas eigentümlich erscheinende Straßenschild erinnert daran, dass am Ende
des 30-jährigen Krieges wahrscheinlich nur noch sieben Mann (also  Frauen und Kinder nicht
gezählt) in Wolfartsweier wohnten.



Das "Zündhütle"
Der  Schrotturm von  1952 entstand im  Werk der Firma  Genschow & Co.  Der Turm wurde zur
Herstellung von Schrotkugeln verwendet.
Die Firma war ein  Nachfolger der Badischen Spreng-
kapsel-, Zündhütchen- und Munitionsfabrik. Bis 1972 wurde das Werk dann noch von der Firma
Dynamit  Nobel betrieben.  Später wurden die  Werksgebäude abgerissen. Nur der  Turm bleibt
stehen und wird heute von der Uni  KA für meteorologische Zwecke verwendet. Der Spitzname
"Zündhütle" wird bis heute als Bezeichnung für die in der Nähe liegende Straßenbahnhaltestelle
verwendet.



Albert-Einstein-Straße
Im  Bereich der ehemaligen Munitionsfabrik entstand ein neues Wohngebiet.


Schlossbergstraße beim Freibad (s. u.)
Das  Bild zeigt im  Hintergrund die aufgeständerte Fahrbahn der Autobahn von Karlsruhe in
Richtung Stuttgart. Der Autobahnaufstieg auf die Grabenflanke nutzt das Wetterbachtal und
verursacht so erhebliche Lärmbelastungen in einigen Ortsteilen.

Interessant ist das  Straßenschild "Burgstraße", das auf eine ehemalig Burg oberhalb des Orts
hinweist. Dazu unten ein  Ausschnitt aus einem älteren  Buch mit Wanderungen um Karlsruhe.


 
Buchausschnitt aus dem Karlsruher Heimat- und Wanderbuch von H. Linz aus dem Jahr 1937


Tk 25 von 1914

Auf diesem  Ausschnitt aus der  Topographischen Karte von 1914 ist  die  Lage der  Ruine noch deutlich zu
 erkennen. Auch auf neueren  topographischen Karten ist eine  Ruinensignatur  eingezeichnet, so dass man
 die  Reste der Burg leicht finden kann.
(Der  südlich der  Ruine  eingezeichnete  "Denkst." erinnert als  Denkmal an das starke  Hochwasser
des Wettersbaches 1837 (s. o.).
Ebenfalls interessant  ist  die Bezeichnung  "Kohlplatte" im  Süden  des  Kartenausschnitts - hier  wurde wohl  früher in einem Kohlen-
meiler Holzkohle hergestellt. Wolfartsweier selbst war  damals noch deutlich kleiner, die Autobahn durch das Wettersbachtal existierte
 noch nicht.)

(Quelle: Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914)

 
Burghügel
Die alte Burgstelle ist im Wald noch deutlich als Hügel zu erkennen - heute (2008) führt eine kurze
Treppe  hinauf zu einer kleinen  Wanderhütte.
Die  Burgruine liegt  auf einer   Höhe von 240 m, die
GPS-Koordinaten sind: N 48° 58.331' und E 008° 27.479'



Wallgraben
Auch der dem Hügel vorgelagerte Wallgraben ist noch klar zu sehen - ohne den Holzabfall wäre
es noch schöner . . .


Turmruine
Entgegen der Aussage im weiter oben zitierten Text sieht man heute etwas aufgehendes Mauer-
werk - offensichtlich konnten einige untere Steinschichten wieder freigelegt werden.



Turmruine
Außer diesem Mauerrechteck von ca. 10 auf 9 Metern sind keine weiteren Mauern zu sehen.
Für einen reinen  Wachtturm ist der  Grundriss etwas groß, so dass es sich hier wohl um eine
bescheidene  Turmburg/einen  Wohnturm gehandelt hat. Die kleine  Burg soll erst den Herren
von Grötzingen und später der Markgrafschaft Baden gehört haben.


Burgmauer
Die Dicke der Mauer beträgt ungefähr 1.80 m, die verwendeten Mauersteine sind relativ klein.


Freibad "Wölfle"
Das "Wölfle" liegt am Ende der Schlossstraße. Es wird seit Jahren von einem Förderverein betrieben.


Herrmann-Ringwald-Halle
Die  Allzweckhalle wurde nach einem ehemaligen  Bürgermeister  benannt. 2012 wurde die seit
langem notwendige Sanierung der Turn- und Festhalle fertiggestellt.


Treibhäuser und Freilandgemüse
Die landwirtschaftliche Nutzfläche um den Ort wird heute zu einem großen Teil von Gärtnereien
bewirtschaftet. Die Lage  am Großstadtrand  begünstigt den Absatz durch kurze Transportwege
zu den Abnehmern/Konsumenten.



Das - momentan brach liegende - Feld im Vordergrund kann über eine Beregnungsanlage mit
dem nötigen Wasser versorgt werden. Die große Glashausanlage im Hintergrund  sorgt für die
frühzeitige Reife der Anbauprodukte.


Im trockenen Frühjahr 2011 wird beregnet.


Blick von der Oskar-Ulmer-Brücke nach Ostsüdost
Ausgedehnte  Flächen sind hier mit verschiedenen Salatsorten bewachsen und können ebenfalls
beregnet werden. Im Hintergrund große Treibhäuser, die Häuser des Ortsteils "Zündhütle" und die
östliche Flanke des Oberrheingrabens mit dem Einschnitt des Tiefentalgrabens.



Blick von der Oskar-Ulmer-Brücke nach Osten zum Rand des Oberrheingrabens
Baumschule, Freilandgemüse, Treibhäuser, Zündhütle


Die Gärtnereien betreiben neben dem Gemüseanbau auch Baumschulen, um u. a. den Bedarf
von Gartenbesitzern decken zu können.

Bilder ohne Datum sind vom Mai 2008

Routenvorschlag: StraßenbahnhaltestelleZündhütle - durch die Gemüsefelder erst nördlich am Ort vorbei bis zum Hausengraben
- nach Süden zum Ort - Wettersteinstraße - Abstecher Jakobskirche - Rathaus - Steinkreuzstraße nach Nordosten -
Neubaugebiet/Albert-Einstein-Straße - über Tiefentalstraße zurück zur Straßenbahn.

Alternativ: von Steinkreuzstraße  über die Schlossbergstraße und Waldwege zur Burgruine und zurück

Copyright P.H.                                Zur Ausgangsseite Exkursionen zurück mit Linkspfeil                 Zur Startseite