Modellhaus Waldstraße

Der Markgraf förderte ab 1715 seine neue Stadtgründung mit Stadtprivilegien. Zu diesen  Privilegien
für Neubürger gehörte  u. a. ein kostenloser  Bauplatz und  Bauholz umsonst. Aber man musste sich
nach den Vorschriften für das Modellhaus für Bürger richten, d.h. man musste einstöckig mit Mansar-
dendach bauen. In der Kaiserstraße und in der Waldstraße ist jeweils noch ein Modellhaus erhalten.


Modellhaus Waldstraße 9

Zustand im Mai 2008


Dieses Karlsruher Modellhaus war lange unbewohnt und deshalb zuletzt in desolatem Zustand.
Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1722.


Waldstraße
Das  Bild zeigt im Hintergrund das Problem des Modellhauses und seiner ebenfalls alten Nachbarn:
Das Ensemble dieser kleinen  Häuschen ist eingezwängt zwischen großen Gebäuden. Die BBBank
 (Vordergrund) hat vor Jahrzehnten die kleinen Häuser für Erweiterungsbauten gekauft. Die denkmal-
geschützten Häuser standen dann viele  Jahre leer und verfielen zusehends, da die Bank sich lange
nicht für das weitere  Vorgehen (Erhalt  oder  Abriss) entscheiden konnte. Später  war  die Bank aber
bereit, bei einem Neubau "ein Drittel"  dieser Häuser zu erhalten (BNN vom 15. Aug.08).

     
Waldstraße 5                          Modellhäuser                    Waldstraße 7
Diese  beiden Modellhäuser (1719 gebaut) wurden schon im 19. Jhd durch einen  Umbau der  Mansarddachgeschosse zu einem voll-
wertigem Obergeschoss verändert, sie sind aber ebenfalls denkmalgeschützt und waren 2008 dauch von  Verfall oder Abriss bedroht.
Durch den Einbau der - später verschlossenen - Schaufenster und durch  Ausbauten im hinteren  und oberen  Bereich wurden sie 
zusätzlich stark verändert.

Veränderungen ab 2009


Waldstraße 5 - 9
Anfang 2009 waren die Häuser von einem Bauzaun umgeben und befanden sich in einer
Phase der Veränderung.

  
Baustelle Rückseite
Das  Bild zeigt, dass zunächst die am  stärksten  beschädigten Gebäudeteile entfernt wurden.
Da die  Rückseite  durch  Um- und  Anbauten  bereits total verändert war, wurde  sie  komplett
beseitigt,  damit man den früheren Zustand wiederherstellen konnte. Noch brauchbare Balken
wurden für den Wiedereinbau aufgehoben. Ein Notdach schützte den Sanierungsbereich.


Waldstraße 5-9 nach der Sanierung
Die  Häusergruppe vermittelt nun einen  Eindruck davon, wie  Karlsruhe früher aussah.
Jedoch wurde nicht der Originalzustand zur Zeit des Baus (Anfang des 18. Jhs) wieder-
hergestellt, sondern der Zustand ca. 100 Jahre später, als die Häuser schon Umbauten
erfahren hatten. Den ursprünglichen  Zustand eines  Modellhauses  zeigt nur das kleine
Haus ganz rechts.

Vergleich vor und nach der Sanierung

  
Waldstraße 5
Die großen  Schaufenster im  Erdgeschoss wurden wieder verkleinert, die beiden äußeren Fenster
im  Obergeschoss haben anscheinend  nur noch einen äußeren Fensterladen. Dieser Schein trügt
aber: der äußere Fensterladen ist jeweils doppelt, so dass - wie auf dem linken Bild zu sehen - das
gesamte  Fenster geschlossen werden kann. Bei genauer  Betrachtung  sieht man, dass die beiden
äußeren Fenster auf den beiden Bildern (vorher - nachher) nur an der äußeren Seite Angeln für die
Fensterläden haben, der alte  Zustand  also exakt wieder hergestellt wurde. Interessant ist auch der
Eingang (rechtes Bild) in der Mitte der beiden doch etwas unterschiedlichen Häuser.

  
Waldstraße 7
Auch hier hat man die unharmonische   Ladenfront im  Erdgeschoss wieder auf einen früheren  Zustand zurück-
geführt. Offensichtlich war an diesem Haus genügend Platz, um Fensterläden hier an beiden Seiten der Fenster
des Obergeschosses anzubringen.

  
Waldstraße 9
Das große Tor ist unten auf beiden Seiten mit Steinabweisern versehen, was wohl darauf hindeutet, dass hier früher
Fuhrwerke eingefahren sind.

Die BBBank hat die  Häuser nach der  Fertigstellung erfreulicherweise drei  Monate für eine Majolika-Ausstellung zur
Verfügung gestellt. So konnte man auch einen Eindruck vom Innenausbau der ehemaligen Handwerkerhäuschen be-
kommen. Seit dem Ende dieser Ausstellung Mitte Juli 2010 wird der Komplex nun von der BBBank genutzt.

   
Die drei unterschiedlichen Häuser (linkes Bild) sind innen teilweise zu größeren, gebäudeübergreifenden Räumen zusammen-
gefasst. Die schwarzen Stahlträger im Obergeschoss (rechtes Bild) markieren jetzt die ehemaligen Trennmauern zwischen den
Häusern.


Erdgeschoss der Häuser Waldstraße 5 und 7, die Treppe rechts führt in die Kellerräume.


Steinernes Kellergewölbe


Ein schräges Fensterband sorgt auf der Rückseite des Obergeschosses für genügend Helligkeit.

   
Wo es möglich war, wurden alte Bauteile erhalten.
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Waldstraße 17
Dieses alte  Haus - in dem sich lange Zeit ein  Antiquariat befand - ist gut gepflegt, im Mai 2008
befand es sich im  Umbau.  Der älteste Teil des  Hauses wurde im Jahr 1718 (ältestes Haus der
Innenstadt) gebaut.  Bei der Sanierung fand man im Hof  einen zugeschütteten Brunnenschacht
und eine Sickergrube, also Hinweise auf ehemalige private Wasserversorgung und Entsorgung.

  
Waldstraße 17
Nach Abschluss der Sanierung (2009) diente das Erdgeschoss zunächst als Galerie (Ausstellungen,
 Lesungen, Kleinkunst), in den Obergeschossen gibt es Wohngemeinschaften für Kunststudenten.

Nachtrag 2014

   
2014 befindet sich im Erdgeschoß das "Lichtstudio Licht+ Planung".

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