Südstadt
Wohnen, Gewerbe, Dienstleistungen, Multikulti


Das Wappen in den badischen Landesfarben zeigt in der oberen
rechten Ecke den Indianerbrunnen.


Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich im Südosten der bisherigen Stadt eine Vorstadt
mit schachbrettartig angeordneten Wohnblöcken und dem zentralen
Werderplatz.


Südstadt um 1914
Zunächst
lag zwischen der eigentlichen  Fächerstadt und  der neuen  Südstadt die trennende Bahnlinie mit dem früheren Hauptbahnhof,
dessen  Lage im Norden der Südstadt auf der Karte noch als unbebauter  Raum erkennbar ist. Auch nachdem der Hauptbahnhof an den
damaligen Südrand der Stadt verlegt wurde, war die Südstadt immer noch von Bahnanlagen (Hauptbahnhof, Rangierbahnhof, Eisenbahn
Werkstätte) umgeben.
Deshalb wohnten damals  in der "Bahnhofsvorstadt" bald viele  Mitarbeiter der   Eisenbahn - die Südstadt wurde in
dieser Zeit zum Eisenbahnerviertel. Klicken um Karte größer zu sehen.

Quelle: Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914, zusammengesetzte Ausschnitte aus Batt Karlsruhe und Blatt Ettlingen



Die Südstadt liegt  heute nach der städtischen Gliederung in dem "Dreieck" von Ettlinger Straße im Westen, Kriegsstraße/Ludwig-Erhard-Allee
und 
Wolfartsweierer  Straße im  Norden/Nordosten/Osten sowie den noch zum   Stadtteil gehörenden  Gleisanlagen im Süden. Ab Anfang des
21. Jhds entstand im Osten des bisherigen  Stadtteils im Bereich der in der alten Karte eingezeichneten Eisenbahn Werkstätte ein großes Neu-
baugebiet.
Der neue Stadtteil wird als Südstadt-Ost oder auch alsSüdoststadt bezeichnet. Hier werden beide Teile getrennt behandelt, zunächst
hier die ursprüngliche Südstadt, ungefähr der Bereich
zwischen Ettlinger Straße, Morgenstraße, Kriegsstraße und Stuttgarter/Rüppurrer Straße.
Quelle: OpenStreetMap, Ausschnitt, verändert

Bilder ohne Datum 2006 - 2008



Der Werderplatz mit dem Indianerbrunnen ist das Zentrum der Südstadt.
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Nachtrag 2016
Der Indianerbrunnen ist ein beliebter Treffpunkt geworden, was wegen Lärm und Abfall nicht alle Südstädtler erfreut.
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Im Sommer
ist der Platz ein beliebter Treffpunkt . . .


Wirtshaus Wolfbräu, ehemals Hauptausschank der Privatbrauerei Wolf am Werderplatz

Nachtrag:
Die Privatbrauerei lag mitten in dem engen Stadtteil und verließ 2010 wegen Platzmangel diesen Standort und die Stadt. Die Gaststätte am
 Werderplatz mit Biergarten blieb hier bestehen.
Das Bier wird seitdem von der Heidelberger Brauerei gebraut. Das Brauereigebäude wurde durch einen
Neubau (s. u.) ersetzt.

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Das Brauereigebäude in der Marienstraße wird abgerissen.

   
Ein neues Wohnhaus füllt die Lücke - aber das moderne Gebäude
fügt sich nicht gerade harmonisch zwischen die älteren Häuser ein.

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Indianerbrunnen am Werderplatz

 Links ein Indianerkopf                                                                                                  rechts ein Karlsruher - ein Südstadtindianer

Möglicherweise rührt der Spitzname der Südstädtler
 "Südstadtindianer"
von einem Gastspiel Buffalo Bills Ende des 19. Jhdts in Karlsruhe her.


Werderplatz im Winter mit "offenem Bücherschrank"
Ein Spender hat für die Errichtung dieser "Minibibliothek" gesorgt.




   
Johanniskirche am Werderplatz
Die neoromanische Kirche der evangelischen Gemeinde wurde 1889 eingeweiht.
Auf dem linken Bild im Vordergrund rechts der Indianerbrunnen.


Johanniskirche und Ev. Pfarramt von Kreuzung Marien-/Luisenstraße


Luisenstraße
 Das Bild deutet die Problematik der Südstadt an: dichte Bebauung, enge Straßen, unzureichender Parkraum.

Wenn man den hohen Überbauungsgrad (auch der Hinterhöfe) der Südstadt sehen will, muss man Google Earth
 aufrufen und dann unter Suchen/Anfliegen "Karlsruhe Südstadt" eingeben. Dann vergrößert man das Bild, bis nur
noch ein Block (z. B. zwischen Augartenstraße und Winterstraße) zu sehen ist und man  sieht, dass wirklich fast
alles überbaut ist.



Blick in die Schützenstraße von der Ettlinger Straße: schmale Einbahnstraßen in der Südstadt

          
Bebaute Hinterhöfe, teils ungepflegt (links) und teils gewerblich genutzt (rechts und unten)

 

 
Türkischer Supermarkt am Werderplatz
In der Südstadt haben wegen der heutigen multikulturellen Bevölkerungsstruktur auch viele
von Ausländern geführte Betriebe interessante Angebote.


Italienischer Laden am Werderplatz

   
Spanischer Laden                                                                       Türkische/multikulturelle Fahrschule
Ausländer betreiben in der Südstadt neben Läden auch Dienstleistungsbetriebe.

   
Griechische Schneiderei

 
Blick von Kreuzung Schützenstraße/Marienstraße nach Norden
Links Samsun Mode Haus, rechts Samsun Export. Die vergrößerten Schilder an den Eckhäusern
wurden unten in das Bild eingefügt
.

   
                 Ehemaliges griechisches Restaurant                                                        Ehemalige Gaststätte Alpenhorn                                                
Nicht immer konnte das multikulturelle Element am Leben erhalten werden und auch Traditionsgasthäuser verschwinden.


Etwas ausgefallen war das Blechdosenmuseum mit Trödelladen von "Herrn Kruscht".

Wegen preiswerten  Wohnraums leben u. a. viele alte  Menschen, Studenten und  Ausländer in der Südstadt,
so dass sich eine interessante soziale Mischung
ergibt. Die daraus resultierende, etwas unausgeglichene Be-
völkerungsstruktur äußert sich im Bereich der Südstadt allerdings auch in entsprechenden Parolen, die bis zu
ihrer gelegentlichen Entfernung an den Hauswänden zu lesen sind/waren
:



































   







Trotz unterschiedlicher Anschauungen ist die Südstadt ein angenehmes und beliebtes Wohngebiet verschiedener Bevölkerungsgruppen.
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Infotafel zum Baumeister-Carree (Ausschnitt, verändert)
Eine Verbesserung der Wohnqualität der Südstadt geschah im Bereich des Baumeister-Carrees.  Bei diesem Vorhaben wurden weite Bereiche
eines Blocks an der Baumeisterstraße (im Plan oben) und der Marienstraße (im Plan links)  entkernt. Ein Durchgang zwischen Baumeister- und
 Marienstraße wurde geschaffen. Tiefgaragen stellen Parkplätze bereit, Grünflächen entstanden. Die älteren Häuser im Bereich der Durchgänge
wurden objektsaniert oder erneuert, im Innenraum baute man moderne Stadthäuser (Reihenhäuser).



Marienstraße
Im neuen, roten Haus befindet sich ein Eingangsbereich ins Baumeister-Carree und die Einfahrt zur Tiefgarage


Baumeister-Carree: Spielplatz. Links neue Häuser, rechts hinten sanierte, alte Gebäude


Stadthäuser im Baumeister-Carree. Hinten rechts Durchgang (Torbogen) zur Baumeisterstraße

  
Graffitis am Eingang zum Baumeister-Carree in der Marienstraße (links) und am Eingang Baumeisterstraße
Anscheinend waren nicht alle Bewohner der Südstadt mit dem neuen Quartier einverstanden . . .


Uhlandschule in der Schützenstraße
Die Schule litt seit einigen Jahren unter recht drastischem Schülerschwund. Deshalb wurden verschiedene Lösungsmöglichkeiten
(Auflösung, Kooperation mit der Nebeniusschule, Änderung der Schulart) diskutiert. Die Hauptschule endete nun mit dem Schuljahr
2010/11.
Seit 2009 ist die Schule eine Außenstelle der Nebenius-Realschule und der Klassen 5 und 6 der Schillerwerkrealschule
mit Ganztagesunterricht.



Südstadt Grünzug zwischen Luisen- und Augartenstraße
Zur Verbesserung der Wohnqualität der Südstadt schuf man - unter Nutzung kriegsbedingter Baulücken und durch
Abriss einiger Gebäude - einen West/Ost verlaufenden Grünzug
durch die Südstadt. Dadurch konnten stellenweise
modernere Wohnhäuser gebaut
und teilweise ältere Gebäude mit Balkonen versehen werden (im Hintergrund links
und rechts -  siehe auch unten).
Quartiernahe Spielplätze entstanden.

   
Nachträglich angebaute Balkone zur Verbesserung der Wohnqualität


Spielplatz im Grünzug


Tiefgaragen - hier unter dem Grünzug - sollten der Parkplatznot entgegenwirken.

Am Ostende des Grünzugs liegt auf der Ostseite der Rüppurrer Straße das Alten- und Pflegezentrum St. Anna


St. Anna

   
                                   Haupteingang                                                                            Information

   
Liebfrauenkirche
Linkes Bild von Ecke Marienstraße/Augartenstraße, rechtes Bild von Ecke Marienstraße/Winterstraße
Die katholische Kirche im neugotischen Stil (Historismus) wurde im Jahr 1892 eingeweiht



   
Ecke Marienstraße/Winterstraße                                                                                      Augartenstraße
Linkes Bild: Die fast nur noch zu erratende Schrift "ZUM SAMMELPLATZ" auf dem dicken weißen Pfeil ist eine Erinnerung an die Luftangriffe
während des 2. Weltkriegs. Der Sammelplatz war
Sammelstelle für Leute deren Haus durch Bomben zerstört war - sogenannte Ausgebombte).
Rechtes Bild: Der schräge weiße Pfeil ist ein sogenannter Luftschutzpfeil und erinnert ebenfalls an die Luftangriffe des WK2. Die Pfeile waren
Hinweise auf Luftschutzräume und eine Hilfe zum schnellen Bergen Verschütteter unter eingestürzten Häusern
.

Weitere Erinnerungen an Luftkrieg und Luftschutz


Nebeniusschule in der Nebeniusstraße
Das Schulgebäude am Südrand des Stadtteils wurde Anfang des 20. Jahrhunderts
gebaut und beherbergt Grund- und Realschule.


Hinweisschild an der Schule

   
Tivoliplatz
Die "Indianerpfeile" am Tivoli sind eine weitere Reminiszenz an die anfangs erwähnten "Südstadtindianer".

Routenvorschlag Südstadt: Straßenbahnhaltestelle Werderstraße - Rüppurrer Straße nach Süden bis Luisenstraße- Luisenstraße nach Westen - dann
 Marienstraße nach Norden - Werderplatz - Marienstraße nach Norden und Durchgang ins Baumeister Carree - Marienstraße zurück bis Schützenstraße -
 Schützenstraße nach Westen - dann Wilhelmstraße nach Süden bis zum Grünzug - Grünzug nach Osten - an Kreuzung mit Marienstraße nach Süden bis
 Nebeniusstraße - nach Osten bis Rüppurrerstraße - Straßenbahnhaltestelle Tivoli



Ergänzungen


Kinderheim in der Sybelstraße
Das "Sybelheim" ist ein Kinderheim der Stadt.
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Baumeisterstraße 56/ehemaliges Luisenhaus/heute städtischer Schülerhort


Hinweisschild am ehemaligen "Luisenhaus"
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Wasserturm in der Fautenbruchstraße
Dieser  Wasserturm von 1913 am  Südrand des  Stadtteils diente ursprünglich als  Wasserbehälter für den Bahnbedarf. Der eigentliche  Wasserbehälter
 befindet sich zwischen dem Kupferdach und dem dreigeteilten Ringwulst. Nachdem die Bahn den Turm nicht mehr benötigte, ging er in Privatbesitz über,
es gelang aber nicht, ihn einer privaten Nutzung zuzuführen. Wie das rechte Bild zeigt, verwahrlost der Turm allmählich.

Eine Frage wirft die  Mauer vor dem  Eingang (rechtes Bild) auf:  Welchen Zweck hatte diese  Mauer?  War das möglicherweise eine Splitterschutzmauer,
 wurde der Turm irgendwie als Luftschutzraum genutzt? Dagegen sprechen aber die anscheinend ungeschützten Fenster im Sockelgeschoss.


Nachtrag 2015
zum Wasserturm

Im Zuge der Aufwertung des südlichen Stadteingangs soll die Brachfläche im Bereich des Wasserturms mit einem Hotel und einem Bürogebäude bebaut werden.
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Bereich Tivoliplatz

   
               Eintiefung an der Südseite Tivoliplatz                                                        Blick in Aufschluss 2014                      
Dieser unter Straßenniveau liegende Bereich ist - wie die östlich anschließende Kleingärten - Teil der feuchten östlichen Randsenke/Kinzig-Murg-
 Rinne
. Diese  Rinne bzw.  Randsenke wurde früher von einem  Wasserlauf durchströmt. Das niedrig gelegene Feuchtgebiet entstand während der
Eiszeit durch einen  Wasserlauf (Randfluss/sog.
Kinzig-Murg-Strom), der  am  Fuß der östlichen Grabenflanke nach  Norden floß und der Vorfluter
für von  Osten kommende  Nebenflüsse und  Bäche war. Im Bereich Karlsruhes verzweigte sich dieser Wasserlauf mehrfach und es entstand eine
Mischung von tieferen sumpfigen Rinnen und dazwischen liegenden Kiesbänken.


Nachtrag Juni 2013

Das Architekturbüro Essari und Lequime will dieses Grundstück mit Supermarkt, Kita und Studentenwohnungen bebauen.

Nachtrag August 2014



Südseite Tivoliplatz - Blick nach Westen
Eine Grube wird ausgehoben - Baubeginn

Nachtrag  2015


Allmählicher  Baufortschritt

Nachtrag 2016




Infoschild - Ausschnitt
Das Bild vermittelt nun eine Eindruck des entstehenden Riegelbaus.


Im Herbst 2016 ist das Gebäude teilweise schon fertig.


Die Lidlkunden parken in der Tiefgarage.


Im Sommer 2017 ist fast alles fertig.

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Die Südstadt wird im Süden von
Bahnanlagen und Kleingärten begrenzt.


Rangierbahnhof
Der Blick von der Wasserwerkbrücke nach Osten zeigt den südöstlichsten Teil der Südstadt, den
Rangierbahnhof und im Hintergrund links die Containerbrücken des Containerbahnhofs.



Blick vom Oberwald nach Norden zum Rangierbahnhof


Blick von der Wasserwerkstraße nach Norden über Kleingärten



Nachtrag Januar 2017
Für die Bewohner der Südstadt ist das Naherholungsgebiet Oberwald von Norden her besonders
über die "Wasserwerkbrücke" leicht erreichbar. Da die marode Brücke demnächst saniert werden
 muss, soll dieser Zugang zum  Oberwald ca. ein Jahr gesperrt werden, was zu heftigen Protesten
 der Südstadtbewohner führt.

   
Zugang Nord                                      Wasserwerkbrücke                                 Zugang Süd


Die verrostete Brücke

   
Die Brücke von unten
 

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