Mühlburg

Der Ort  wird  1248 erstmals  erwähnt, wahrscheinlich entwickelte  er sich aus einer Burg und einer Mühle. Die Burg wird später zum Schloss
ausgebaut, 1670 erhält Mühlburg das Stadtrecht - hat damals aber wohl nur etwa 500 Einwohner. Durch die Gründung der Stadt Karlsruhe in
unmittelbarer Nähe verliert die kleine Stadt schließlich an Bedeutung und wird 1886 nach Karlsruhe eingemeindet.


   
Ehemaliges Wasserschloss                             Mühlburg                          Alter Stadtkern
Beide Bilder sind Ausschnitte aus einer Informationstafel in der Rheinstraße
Im rechten Bild ist der alte Stadtkern mit roter Flächenfarbe gekennzeichnet, die rote Linie ist die frühere Gemarkungsgrenze von Mühlburg.

   
1914                                             Mühlburg                                         2014
Das alte  Mühlburg lag im Bereich von  Entenfang,  Rheinstraße und Hardtstraße und hat sich später v. a. nach Osten und Norden ausgedehnt.
Der Stadtteil umfasst heute neben dem städtischen Bereich von Mühlburg auch den Rheinhafen. Die Grenze zwischen beiden Bereichen bildet
die Südtangente/B10 im Südwesten des eigentlichen Mühlburger Stadtviertels, das im Nordwesten bis zu Siemensallee/Moltkestraße reicht. Im
(Süd-)Osten bilden Wichern-, Herder-, Händel- und  Felix-Mottl-Straße die Stadtteilgrenze, im (Nord-) Westen reicht Mühlburg noch etwas über
die Neureuter Straße/B 36 hinaus.

Zum besseren Vegleich wurde jeweils die Kreuzung Rheinstraße/Hardtstraße mit einem roten Punkt gekennzeichnet.

(Quellen: links Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914, rechts OpenStreetMap contributors, Ausschnitte, verändert)

Bilder ohne Datum vom Juli 2008

Vom alten Mühlburg ist nur wenig erhalten.


Gasthaus zum Ritter in der Hardtstraße
Der Fachwerkbau des Gasthauses zum Ritter (heute Ristorante/Pizzeria) erinnert an das frühere Mühlburg.


Zwei alte Häuser in der Marktstraße

   
Seldenecksches Freigut in der Hardtstraße                                                                     Hinweisschild                           
Das Gebäude war herrschaftlicher Wohnsitz der Familie von Seldeneck und früher Verwaltungsgebäude der Seldeneckschen Brauerei (s. u.).
Das  Hinweisschild zeigt oben links das  Karlsruher  Wappen und rechts das Wappen von Mühlburg: ein gespaltener Schild, der auf der linken
Seite die badischen Farben und rechts einen Hirschkopf auf grünem Grund
zeigt.


In der Hardtstraße befindet sich auch der Sitz der Destillerie Kammer-Kirsch AG.


Ehemalige Seldenecksche Brauerei
Das neugotische ehemalige Sudhaus vom Ende des 19. Jhdts wird heute vom Kulturzentrum
Tempel genutzt.
Auch diese Brauerei war eine von einst über 30 Braustätten in Karlsruhe.


Entenfang
Zwei  Punkthochhäuser überragen den zentralen  Platz, der  einen großen  Verkehrsknotenpunkt im  Westen
der Stadt bildet. Im Zuge der Mühlburger Sanierung ist eine Umgestaltung des Platzes in Planung. Ein großer
Neubaukomplex  "Golden Gate" im Bereich des Postareals (links im Bild) soll das westliche Einfallstor der Stadt
 aufwerten. Als Baubeginn ist das Jahr 2018 vorgesehen.Jedoch dürften sich nicht nur Anglisten über diesen an
die Golden Gate Bridge in San Francisco erinnernden Begriff amüsieren.


Der Brunnen mit dem Jungen und der Ente steht am Entenfang und ist ein Hinweis auf die Entstehung
des Namens des Platzes. Am Entenfang stand früher eine Einrichtung zum Fangen von Wildenten.



Rheinstraße, Blick in Richtung Lameyplatz (Hochhaus)
Im Bereich Rheinstraße/Entenfang hat sich ein Nebenzentrum mit Geschäften und Dienstleistungsbetrieben entwickelt.

   
      Rheinstraße 71 im Juli 2008                                                          Rheinstraße 71 im August 2011
Der frühere Porzellan- und Eisenwarenladen Fischer wurde zeitweise mit Fassadenmalerei vom Kulturnetzwerk Mühlburg u. a. für Ausstellungen genutzt.


Rheinstraße 71 im Dezember 2015
Das interessant gegliederte alte Gebäude wurde durch einen Neubau ersetzt.


Rheinstraße/Ecke Hardtstraße


Rheinstraße/Ecke Hardtstraße

Erotikshops deuten hier eine Abnahme der Attraktivität mit zunehmender Entfernung vom Zentrum Entenfang nach außen an.


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Wegen  Mängeln bei  Infra- und Sozialstruktur sowie städtebaulichem  Nachholbedarf  wurde der zentrale  Bereich Mühlburgs 
2007 zum Sanierungsgebiet erklärt. Das Sanierungsprojekt im Zuge des Programms  "Soziale Stadt" umfasst grob gesagt den
Bereich um die zentralen Achsen Lameystraße, Hardtstraße und Rheinstraße.

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Karl-Friedrich-Gedächtnis-Kirche und Kriegerdenkmal


Der Lindenplatz wurde im Zuge der oben genannten Stadtteilsanierung etwas "lichter" gestaltet.

   
Sockel des Kriegerdenkmals mit heroischer Inschrift


Fliederstraße/Fliederplatz
Das Gebäude am  Fliederplatz ist der ehemalige Mühlburger Bahnhof der "Maxau-Bahn",
die vom  früheren  Karlsruher  Hauptbahnhof  (im  Bereich des  heutigen  Staatstheaters)
über die Hildapromenade durch Mühlburg nach Maxau und dann weiter in die Pfalz führte.
Heute ist hier der  Kinder- und Jugendtreff  Mühlburg.
Seit  Anfang 2012 wird der gesamte
Fliederplatz neu gestaltet.



Rheinstraße 2008 - Blick nach Westen
Nach den großen Zerstörungen im 2. Weltkrieg entstand ein "neues" Mühlburg. Dieser Bereich der früher
schmalen Rheinstraße (s. u.) wurde in den Nachkriegsjahren großzügig als breiter Boulevard ausgebaut.


Rheinstraße: Breite vor und nach dem Ausbau Ende der 50er Jahre
Quelle: Ausschnitt aus einem Hinweisschild in der Rheinstraße zum Geburtshaus von Carl Benz.

Später fand die - in den Nachkriegsjahren breit ausgebaute - Rheinstraße nicht mehr allgemeine Zustimmung und so arbeitete
 man an einem Konzept zur Umgestaltung.



Rheinstraße 2015 - Blick nach Westen
Mit Rasengleisen, verschmälerten Spuren für Kraftfahrzeuge und mit Fahrradschutzstreifen wurde
die Straße im Zuge der Mühlburger Sanierung sicherer und optisch aufgewertet.


       
Ein Nachbau des Motorwagens von Benz steht zur Erinnerung am Ort seines Geburtshauses in der Rheinstraße
Rechtes Bild anklicken, um den Text zu lesen.

   
St. Peter und Paul
1884 war der Baubeginn der katholischen Kirche, das Gebäude wurde im Stil der Neorenaissance errichtet. Auch diese Kirche wurde bei dem
verheerenden Luftangriff auf Mühlburg im Dezember 1944 fast ganz zerstört, lediglich die Vorderfront mit den Türmen blieb stehen.



In den  50er Jahren wurde die Kirche wieder aufgebaut. Hinter den renovierten Türmen entstand
ein moderner Kirchenraum.


Zum Stadtteil Mühlburg gehört auch der Rheinhafen.


Mittelbecken Rheinhafen: Für Infos zum Rheinhafen Bild anklicken


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